Trigeminusneuralgie

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Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie, Zahnarzt Essen Rüttenscheid

 

Die Trigeminusneuralgie verursacht blitzartig auftretende, starke Schmerzen im Zahn- oder Gesichtsbereich. Die herkömmliche Therapie dieses chronischen Nervenschmerzes ist mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Ein neuartiger Wirkstoff hemmt die Schmerzen wirksam und ist gut verträglich. Dies belegen die ersten Resultate einer internationalen Studie unter Beteiligung des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Zürich.
Der Schmerz schiesst blitzartig im Gesicht oder Zahn ein und der Betroffene leidet stark darunter. Die Trigeminusneuralgie zählt zu den schlimmsten chronischen Nervenschmerzen. Die Schmerzattacken werden durch Berührungsreize etwa beim Rasieren, Schminken, Duschen, Sprechen und Zähneputzen und sogar durch einen Windzug ausgelöst. Verursacht werden sie in der Regel durch eine Reizung des «Nervus trigeminus». Dieser Hirnnerv ist für das sensible Empfinden im Gesichtsbereich sowie von Teilen der Kopfhaut und der Mundhöhle verantwortlich.
Nun gibt es Hoffnung für die Betroffenen: Mit einem neu getesteten Wirkstoff können die Schmerzen auf ein erträgliches Niveau gesenkt werden. Dies zeigen die vielversprechenden Resultate einer internationalen Phase-II-Studie unter Beteiligung des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Zürich.
Dieser Wirkstoff zeigt keine belastenden Nebenwirkungen

Schmerzsignale erreichen das Hirn über die Aktivierung von Natriumkanälen, die in der Membran von Nervenzellen eingelagert sind. Der Natriumkanal 1.7 kommt häufig bei schmerzleitenden Nerven vor. Der Natriumkanal ist mehr aktiv, je stärker die Schmerzen sind. Eine Blockade dieses Natriumkanals – etwa mittels einer Lokalanästhesie – könnte den Schmerz stoppen. Da ein Nervenschaden bei der Trigeminusneuralgie an der Schädelbasis vermutet wird, kann der Schmerz eigentlich nicht mit einer lokalen Injektion therapiert werden. Deshalb erfordert die Trigeminusneuralgie eine richtige medikamentöse Behandlung.
Das jetzt in der Phase-II-Studie getestete Medikament mit dem Wirkstoff BIIB074 hemmt den Natriumkanal 1.7 – und zwar in Abhängigkeit von dessen Aktivitätszustand: Je aktiver dieser Natriumkanal ist, desto stärker wird er durch BIIB074 gehemmt. Die bisher verwendeten Wirkstoffe blockierten im Gegensatz den Natriumkanal 1.7 unabhängig von der Nervenaktivität, was weitere belastende Nebenwirkungen erzeugte. Im Unterschied zu herkömmlichen Medikationen, die oft zu Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen, ist BIIB074 nicht nur wirksam, sondern auch äusserst gut verträglich, erklären die Zahnmediziner in der Uni Zürich. In einer weiteren Studienphase wird der neue Wirkstoff mit deutlich mehr Probanden geprüft, um die Wirksamkeit dieses Medikamentes mit einer wirksameren Schmerzlinderung zu zeigen.
Literatur:

Joanna Zakrzewska, Joanne Palmer, Valerie Morisset, Gerard Giblin, Mark Obermann, Dominik Ettlin, Giorgio Cruccu, Lars Bendtsen, Mark Estacion, Dominique Derjean, Stephen Waxman, Gary Layton, Kevin Gunn, and Simon Tate. Safety and efficacy of a Nav1.7 selective sodium channel blocker in trigeminal neuralgia: a double-blind, placebo-controlled, randomised withdrawal phase 2a trial. The Lancet Neurology, February 16, 2017. DOI:10.1016/S1474-4422

Quelle: Universität Zürich

2018-02-25T15:12:59+00:00