Freiliegende und hypersensible Zahnhälse

//Freiliegende und hypersensible Zahnhälse

Freiliegende und hypersensible Zahnhälse

Freiliegende und hypersensible Zahnhälse

 

Viele Patienten sind über den Rückgang des Zahnfleisches sowie auf ihre empfindlichen Zahnhälse besorgt.
Bei vielen Patienten wird die Diagnose der gingivalen Rezession erst während der Kontrolluntersuchung vom Zahnarzt gestellt.

Wann und mit welchen Mitteln soll die Therapie freiliegender und hypersensibler Zahnhälse erfolgen?

Ein minimalinvasives Vorgehen angefangen von der Beseitigung Störfaktoren sowie Besserung der Zahnpitzmethode bis zur Rekonstruktion des Hart- und/oder Weichgewebes und sogar bis zur Wurzelbehandlung dieser Zähne sind möglich  .

Die Ursachen für die Rezessionen der Gingiva sind vielfältig und kompliziert.

Meistens entsteht eine Rezession durch parodontale Erkrankungen oder durch ein mechanisches Trauma. Bei den ersten Anzeichen einer Parodontitis und  einer erforderlichen Parodontitistherapie sollte man an Rezessionen und überempfindliche Zahnhälse denken. Die Patienten empfinden oft einen kurzen Schmerz, die aber stark beeinträchtigend
sein kann. Freiliegende Zahnhälse führen außerdem zu einer erhöhten Kariesanfälligkeit und zu einem erhöhten Risiko
für  Zahnhartsubstanzdefekte. Bei einer hoher Lachlinie mit interdentalen schwarzen Dreiecken beeinträchtigt die Ästhetik.

Was sind parodontale Rezessionen?

Bei parodontal gesunden Verhältnissen ist die Zahnwurzel komplett von Gingiva bedeckt und der Gingivarand verläuft bis zu 2 mm koronal der Schmelz-Zement-Grenze. Liegt dieser Rand apikal der physiologischen Position, spricht man von einer parodontalen Rezession. Häufig begleitet eine Überempfindlichkeit der Zahnhälse die Rezession, bedingt durch den Konsum kalter Getränke oder durch das Einatmen kalter Luft und durch harte Zähnebürsten.
Bis zu 20 % der parodontal erkrankten Patienten leiden an Überempfindlichkeiten.

Wie entstehen parodontale Rezessionen und Hypersensibilitäten?

Mechanisch traumatische und entzündliche Prozesse führen zur Bildung von gingivalen Rezessionen.
Dentinhypersensibilität ist ein kurzer  Schmerz, der durch thermische, evaporative, taktile, osmotische
oder chemische Reize entsteht und kann keinem Defekt oder Karies zugeordnet werden kann.

Die zirkuläre Rezessionen entstehen durch Parodontitis. Bukkale und orale Läsionen sind durch mechanischem Trauma entstanden.

Patienten mit Rezessionen entwickeln nach der Parodontitistherapie durch falsche Putzmethoden zusätzlich mechanisch  Läsionen. Durch die Korrektur der Bürstentechnik können sich diese Weichgewebeläsionen wieder zurückbilden.
Rezessionen erscheinen durch eine falsche Zahnputztechnik, Zahnfehlstellungen, durch eine spezielle
kieferorthopädische Behandlung oder die Belastung durch Piercings.

Rezessionen sind häufig an prominent stehenden Eckzähnen, an denen der Zahnbürstendruck am größten ist.

Durch chemische und mechanische Einflüsse wie Erosion und Abrasion wird der freiliegende Wurzelzement abgetragen. Knirschen kannauch  zu Zahnhartsubstanzdefekten führen. Diese Defekte werden als nicht kariöse zervikale
Läsionen bezeichnet. Reflux, Regurgitation, psychogene Essstörungen, geringe Pufferkapazität
des Speichels, ein erhöhter Konsum von  säurehaltigen Getränken und Nahrungsmittel, eine traumatisierende
Zahnputztechnik sowie Parafunktionen führen zu nichtkariösen Läsionen.

Durch den Abtrag von Zement liegt der empfindliche Dentin frei.
Die Abnahme der Dentinhypersensitivität mit zunehmendem Lebensalter hängt von verschiedenen Faktoren wie Dentinsklerose, Bildung von Sekundärdentin, Reduktion des Pulpavolumens sowie weniger Nervenfasern und Kapillaren ab.

Entstehung von Überempfindlichkeiten nach zahnärztlicher Behandlung

Viele Patienten haben nach Parodontitistherapie überempfindliche Zahnhälse. Innerhalb von 4 Wochen nimmt sie in der
ab oder  ist nicht mehr vorhanden. Eine übermäßige Ätzung bei der Bearbeitung einer Composite Füllung oder bei der Ausarbeitung oder Politur von Füllungen sowie bei einer Bleaching kann eine Empfindlichkeit  verursachen.
Die Patienten haben oft Angst, dass ihre Zähne mit parodontalen Rezessionen verloren gehen.
Wenn eine Parodontitis nicht vorliegt, sollte derPatient aufgeklärt werden, dass es aufgrund der Rezession
keinen Grund für Zahnvelust vorliegt. Danach wünscht der Patient meistens keine weitere Behandlung mehr. Auch
bei Überempfindlichkeiten sind die Beschwerden für die Patienten nicht so stark.
Bei ausgeprägten Rezessionen können sich Patienten ästhetisch stark beeinträchtigt fühlen und eine Behandlung wünschen. Eine Dentinhypersensibilität kann neben einem subjektiven Unbehagen zu einer eingeschränkten
Mundhygiene führen

Wann ist eine Therapie notwendig?

 

Wurde eine Parodontitis festgestellt, ist erst eine Parodontaltherapie mit desensibilisierenden Maßnahmen erforderlich,

Überempfindliche Zähne sollten generell so minimalinvasiv wie möglich behandelt werden.
Mundhygiene: Vermeidung von exzessivem Druck, einer zu harten Bürste, übermäßiger bzw. übermotivierte
Formen des Zähneputzens oder der Zwischenraumpflege. Die Technik ist weniger wichtig als der Druck und die Art der Bürste. Weder bei Schallzahnbürsten noch bei rotierend-oszillierenden
konnten Unterschiede gegenüber einer manuellen Bürste gezeigt werden.
Entfernung von Piercings
kein übermäßiger Genuss von Säuren (z. B. Softdrinks, Zitrusfrüchte)
fehlerhafte Okklusion: Hier sind eine Analyse der Okklusion und ggf. das Einschleifen von Vorkontakten oder die
Anfertigung einer Okklusionsschiene erforderlich.
ärztliche Behandlung von Reflux, Regurgitation und psychogenen Essstörungen

Gängige Heimprodukte, die desensibilisierende Wirkstoffe enthalten, sind Zahnpasten und Mundspüllösungen (z. B.
Arginin [elmex® sensitiv professional™], Strontiumchlorid [Sensodyne® C], Zinnfluorid [Meridol®], Natriumfluorid
[Duraphat® Fluorid Zahnpasta], Kaliumchlorid [Sensodyne F®] und Kaliumcitrat [Colgate® sensitiv]).

Zahnärztliche Maßnahmen zur Desensibilisierung mit speziellen Mitteln und Mit Hilfe von Laser sind sehr erfolgreich.

Bleiben bei Hypersensibilitäten die Beschwerden nach 2–3 Wochen noch bestehen, sollte die Diagnose genau überprüft werden und als letzter Schritt eine Wurzelkanalbehandlung zur Devitalisierung des betroffenen Zahnes durchgeführt werden.

Rekonstruktion und Formveränderung der Zahnhartsubstanz

Die fehlende Zahnhartsubstanz sollte möglichst minimalinvasiv mit Kompositen oder Kompomeren
rekonstruiert werden. Kronen oder Teilkronen können inseltenen Fällen indiziert sein, wenn keineweitere kariöse Läsionen
vorliegen.

Rekonstruktion und Formveränderung von Hart- und Weichgewebe

Im sichtbaren Bereich können Rezessionen an den Zahnhälsen, die man nicht allein durch Mukogingivalchirurgie decken kann, sollten mit Komposit aufgebaut werden. Vor allem bei interdentalen schwarzen Dreiecken Die Kompositaufbauten sollten möglichst vor dem chirurgischen Eingriff erfolgen.
Eine weitere Indikation sind Zahnhartsubstanzdefekte, bei denen auch der Schmelz betroffen oder der Defekt bei geplanter
Rezessionsdeckung tiefer als 2–3 mm ist. Auch hier sollte zuerst der Kompositaufbau erfolgen, der gegebenenfalls
durch die Rezessionsdeckung überlagert werden

2018-02-25T11:04:14+00:00