Klebebrücke

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Klebebrücke

Klebebrücke, Zahnarzt Dr. Hayim in Essen Rüttenscheid

 

 

Einflügelige Klebebrücke ist mittlerweile eine  vollwertige Implantatalternative. Die Vorteile gegenüber der zweiflügeligen klassischen „Marylandbrücke“ mit Metallbasis sind mittlerweile evidenzbasiert bewiesen. Hier wird ein Zahn weniger präpariert und der Patient hat  bessere Reinigungsmöglichkeit. Einflügelige Klebebrücke hat eine bessere Langzeitprognose und geringere Kosten gegenüber einer Implantatversorgung.

Die aktuelle S3-Leitlinie zu vollkeramischen Restaurationen  erklärt, dass vollkeramische einflügelige Adhäsivbrücken evidenzbasiert nur im Frontzahnbereich empfohlen werden können. Hier sollten sie  „bei der richtigen Indikation als Therapieoption angesehen werden“. Die Leitlinie erklärt auch, basierend auf der zitierten Literatur, von einem „starken Konsens“, was eine Zustimmung von > 95 % der an der Konsensfindung Beteiligten entspricht, und gibt bei einem Evidenzlevel von 2+ („well conducted case control or cohort studies with a low risk of confounding or bias and a moderate probability that the relationship is causal“) den mittleren Empfehlungsgrad „B“ an (Es gibt die Empfehlungsgrade A, B und 0).

Grundlage für diese Empfehlung sind die Studien zu einflügeligen Adhäsivbrücken, die nach 10 Jahren Beobachtungszeitraum bei verblendeter Aluminiumoxidkeramik eine Überlebensrate von 94 % und bei verblendeter Zirkonoxidkeramik nach 5 Jahren eine Überlebensrate von 100 % dokumentieren konnten.

Aber auch zu metallbasierten Klebebrücken gibt es beeindruckende Ergebnisse zugunsten der einflügeligen Variante. Es gibt Studien über ein- und zweiflügelige Adhäsivbrücken auf Nichtedelmetall-Basis. Die einflügelige Klebebrücke hat nach einer mittleren Verweildauer von 18 Jahren  bessere Erfolgs- und Überlebensraten  als für die zweiflügeligen, die dem klassischen „Maryland“-Prinzip folgten.

Professor Kern  aus der Prothetikabteilung in Kiel ist international dafür verantwortlich, dass die einflügelige Klebebrücke aus Oxidkeramik zur ersten Wahl der minimalinvasiven nichtchirurgischen Behandlungsoptionen für die Versorgung einzelner fehlender Schneidezähne geworden ist.

Ein Nachstrahlen in Form einer Reinigung und gleichzeitigen Vorbehandlung ist vor dem Kleben sehr sinnvoll. Das Abstrahlen mit Al2O3 oder die  Silikatisierung (CoJet)sehr wichtig ist, um Zirkonoxid-Keramik verkleben zu können.

Als nächster Schritt beim Kleben erfolgt die Applikation eines silanhaltigen Primers (Clearfil Ceramic Primer Plus, Kuraray). Die zusätzliche Verwendung des Clearfil Ceramic Primers nach Al2O3-Abstrahlen erzeugt bessere Haftwerte. Ein selbstadhäsiver Zement wird abschließend als Kleber benutzt.   Monobond Plus und Clearfil Ceramic Primer zeigt auch eine  höhere Zuverlässigkeit für einen guten Verbund zu Zirkonoxid.

Als Befestigungskomposit benutze ich das neue Panavia V5 (Kuraray Noritake). Kuraray Noritake empfiehlt die Schmelzätzung mit Phosphorsäuregel. Die Schmelzklebefläche wird dementsprechend mit dem Etchant-Gel für ca. 30 Sek. konditioniert. Nach gründlichem Abspülen des Ätzgels erfolgt die Applikation des „Tooth Primers“, einem Einkomponenten-Haftvermittler, der nach der Applikation und mindestens 20 Sek. Einwirkzeit verblasen wird.  Das Befestigungskomposit wird mit der Automix-Spritze auf den Klebeflügel aufgebracht und dieser mit zwei Fingern in Position auf dem Zahn gehalten.

Trotz der Option, mit Panavia V5 auch rein dunkelhärtend zu befestigen, erfolgt eine Lichtpolymerisation der Klebeflächen aus labialer und palatinaler Richtung für jeweils 60 Sek. Dies ermöglicht die zeitnahe Lösung des Fixierungsdruckes und eine optimale weiterführende Überstandsentfernung und Ausarbeitung mithilfe eines Scalers, einer Eva-Feile und der Reinigung und Kontrolle mittels Zahnseide.

Fazit

Einflügelige Klebebrücken auf Zirkonoxidbasis sind heute die minimalinvasivste Versorgungsform von Schneidezahnlücken. Wenn eine implantatprothetische Versorgung nicht gewünscht wird, nicht möglich ist oder bei dem jugendlichen Alter vieler Patienten oft später realisiert werden kann.

Die Dauer, Zahnhartsubstanzforderung, Präparationsaufwand, Kosten und Reinigungskomfort der einflügeligen Klebebrückenvariante ist genauso sogar besser als der klassischen zweiflügeligen Variante.

Voraussetzung für einen dauerhaften adhäsiven Verbund ist die ganz genaue Einhaltung der Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers des Befestigungsmaterials. Hier sollte auf adhäsive Befestigungssysteme zurückgegriffen werden, die im Gegensatz zu selbstadhäsiven Zementen noch mit weiteren Konditionierungsschritten auf der Zahnhartsubstanz arbeiten.


2018-02-25T14:47:30+00:00