Mundspülung

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Mundspülung

Wer hat heute ganz gesunde Zähne?  In Deutschland sind bei Erwachsene schon 15 Zähne von Karies befallen, haben eine Füllung oder sind wegen Karies gezogen werden. Fast 75 Prozent der über 40-Jährigen leiden an Zahnfleischentzündung, Gingivitis genannt, und an Parodontitis, einer entzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparats mit Zahnfleischtaschen.

Die Zahnbürste erreicht nicht alle Zahnzwischenräume. Sie machen aber rund 40 Prozent der Zahnoberfläche aus. Zahnarzt Dr. Hayim in Essen Rüttenscheid empfiehlt zusätzlich zur Zahnbürste, die Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen zu verwenden. Viele Patienten empfinden das als kompliziert, die wenigsten können ihre Zahnzwischenräume damit komplett reinigen.

Hier kommt nun die Mundspüllösung ins Spiel: Lange wurde sie von Zahnmedizinern als Pflegemittel zweiter Wahl betrachtet – zusätzlich zum Putzen und „Fädeln“ mit Zahnseide und Co. Die richtige Nutzung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen ist der Goldstandard. Für Leute, die Probleme dabei haben, ist regelmäßiges Spülen mit einer effektiven Mundspülung idie richtige Alternative zur Zahnseide. Die Mundflora verändert sich durch das Spülen kurzfristig.  Aus dem Grund ist der Nutzen der Mundspülung laut Studien hoch.

Kosmetische und medizinische Spüllösungen

Kosmetische Präparate zur Verbesserung des Atems sind nur eine Überdeckung unzureichender Mundhygiene. Nur durch ein aktives Putzverhalten kann eine Spüllösung die Mundhygiene im Sinne einer 3-fach-Prophylaxe unterstützen: Zahnbürste, Interdentalpflege, Mundspülung.

Mundspülungen dürfen nicht mit Mundwässern verwechselt werden, die verdünnt anzuwenden sind, und oft nicht viel mehr als frischen Atem versprechen . Die Mundspüllösungen schützen vor Karies und Parodontitis. Sie bekämpfen den bakteriellen Zahnbelag (Plaque) und verhindern die Neubildung. Manche werben damit, die Zahnsteinbildung zu hemmen, andere, schmerzlindernd bei sensiblen Zähnen zu wirken.

Aus zahnmedizinischer Sicht

Effektive Mundspüllösungen können die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch wirkungsvoll unterstützen. Immer vorausgesetzt, dass man sie regelmäßig benutzt und die Anwendungsempfehlungen der Anbieter beachtet. Notfalls können sie sogar die Zahnseide ersetzen.

Stiftung Warentest hat 18 Mundspülungen untersucht, davon zwei für Kinder, zwei für sensible Zähne, ein Arzneimittel und als Besonderheit ein Mundwasser. Im Prüflabor wurde der Fluoridgehalt gemessen, sowie der Alkoholgehalt und der pH-Wert untersucht. Die Messwerte wurden dann aus zahnmedizinischer Sicht beurteilt.Bei der Vorbeugung gegen Karies sind Aldi (Nord) / Eurodont und die entsprechende Lösung von Aldi (Süd) / Friscodent am besten, dafür bei der Wirkung auf Plaque, aber für  Gingivitis nur „befriedigend“. Gleichermaßen „gut“ beim Schutz vor Karies, aber auch vor Plaque und Gingivitis sind die Mundspüllösungen Chlorhexa­med, Meridol, Odol med3 Extreme, One Drop Only Zx3, Sensodyne für schmerzempfindliche Zähne und Odol-med3 Junior.

Plaque und Gingivitis

Die einzige Substanz ist Chlorhexidin (CHX) in einer Konzentration von 0,2 Prozent. Ihre Wirkung auf Plaque-Bakterien ist erwiesen. Hoch dosiertes Chlorhexidin – wie im Arzneimittel Dynexan eignet sich nicht für den täglichen Gebrauch. Es führt zu Geschmacksirritationen, die Zähne verfärben sich dunkeln. Chlorhexidin sollte nur vor­übergehend auf Empfehlung des Zahnarztes benutzt werden.  Es darf nur kurzfristig die Zahnbürste ersetzen. .

Die Chlorhexamed-Spülung im Test enthält nur 0,06 Prozent CHX, wirkt entsprechend schwächer, aber immer noch gut. Die manchmal auftretenden geringen Verfärbungen sind durch professionelle Zahnreinigung zu entfernen.

Gegen Zahnstein und sensible Zähne

Hat sich Zahnstein erst einmal gebildet, hilft die Mundspüllösung nicht, weil er fest mit der Zahnoberfläche verbunden ist. Er kann nur noch in der Zahnarztpraxis mit einer gründlichen Zahnreinigung mit Airflow beseitigt werden.

Mit einer perfekten Mundhygiene lässt sich der Zahnsteinbildung allerdings vorbeugen. Drei der Mundspülungen im Test enthalten Substanzen, die erwiesenermaßen zur Zahnsteinhemmung beitragen: zum einen Zinkchlorid in Lidl / Dentalux und Odol med3 Extreme und zum anderen Pyrophosphate in Colgate Whitening.

Die Kaliumverbindungen in Spülungen für sensible Zähne können bei täglichem Gebrauch schmerzlindernd wirken.

Keine Mundspülung für Kleinkinder

Kinder dürfen vor ihrem sechsten Geburtstag keine Mundspülung benutzen. Sie könnten die Lösung verschlucken, statt mit ihr zu spülen. Ab sechs Jahren können Kinder zuverlässig ausspucken, und auch die Zähne sind so weit ausgebildet,dass es zu keiner Verfärbung kommt. Die Mundspüllösungen sind sinnvoll für die, die festsitzende Zahnspangen tragen. Die Lösungen speziell für Junioren unterscheiden sich im Geschmack von denen für die Älteren, und sie enthalten keinen Alkohol.

 

Die wirksamen Inhaltsstoffe

Mundspüllösungen müssen ohne weitere mechanische Putzwirkung auskommen. Es ist deshalb wichtig, dass sie ihren Effekt allein durch den Kontakt der Flüssigkeit mit Zähnen und Zahnfleisch entfalten. Wichtig sind:

  • Bekämpfung von Bakterien, die Zahnfleischentzündungen, Karies und Mundgeruch hervorrufen.
  • Remineralisierung des Zahnschmelzes, Verhindern der Demineralisierung, Kariesprophylaxe.
  • Desensibilisierung empfindlicher Zähne.
  • Verhindern von Zahnverfärbungen.

Die Stoffe, die die Hersteller für diese Zwecke einsetzen, sind immer gleich und unterscheiden sich nur in der Zusammensetzung:

Fluoride
Fluorid verringert die Säureproduktion von Bakterien, die für eine Demineralisierung und damit den Abbau des Zahnschmelzes verantwortlich ist. Es lagert sich auf den Zahnoberflächen ab, sodass die positive Wirkung länger anhält. Die mit der Zeit abgegebenen Fluorid-Ionen sorgen für die verbesserte Wiedereinlagerung von Calcium und Phosphat in den Zahnschmelz, der sich dadurch regeneriert.
CHX
Gegen Bakterien gibt es derzeit kein besseres Mittel als Chlorhexidin. Chlorhexidin dringt in die Bakterien ein und zersetzt sie. Durch die sehr gute Hafteigenschaft bleibt es lange im Mundraum und wirkt länger. Da Bakterien für die meisten Zahn- und Mundkrankheiten verantwortlich sind, hilft Chlorhexidin bei Plaque, Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch.
CPC
Auch Cetylpyridiniumchlorid ist im Mundwasser wegen seiner antiseptischen Wirkung enthalten. Es ist schwächer als Chlorhexidin und besitzt keine Langzeitwirkung. Nebenwirkungen können in Form von Magenbeschwerden und Übelkeit auftreten.
Zinkchlorid
Nur wenn Zinkchlorid in einer Mundspülung vorhanden ist, wirkt diese auch gegen Zahnstein. Der Wirkstoff hemmt die Einlagerung von Calciumphosphat im Zahnbelag. Feste Ablagerungen, die sich dennoch bilden, sind unter dem Einfluss des Zinkchlorids weich. Da er somit schlechter an der Zahnoberfläche haftet, entfernt ihn bereits gründliches Zähneputzen. Nur LISTERINE TOTAL CARE weist Zinkchlorid auf.
Ätherische Öle
Einige Produkte enthalten für die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung die ätherischen Öle Eukalyptol, Methylsalicylat, Thymol und Menthol. Seit einiger Zeit wird das Methylsalicylat kontrovers diskutiert. Bei äußerer Anwendung kam es zu Überdosierungen, sein Gebrauch im Mundraum wird kritisch gesehen.
Alkohol
Um ätherische Öle und andere Stoffe in der Flüssigkeit zu lösen, müssen einige Präparate Alkohol enthalten. Die Verwendung von Alkohol ist bedenklich. Alkohol kann bei der kurzen Berührung mit der Mundschleimhaut höchstens in kleinen Mengen in die Blutbahn gelangen. Deshalb ist Kindern und Schwangeren der Gebrauch abzuraten. In der geringen Dosis, in der der Alkohol meistens vorliegt, besitzt er keine desinfizierende Wirkung.

Für regelmäßige Anwendung

Mundspülungen für die Zähne sind nicht umbedingt notwendig. Wichtiger ist die richtige Reinigung mit Zahnbürste und -pasta zweimal am Tag. Die Zahnzwischenräume sollten auch mit Interdentalbürsten oder Zahnseide gereinigt werden. Bei guter Zahnreinigung dient das Spülen einem angenehmen und frischen Mundgefühl, also kosmetischen Zwecken. Der medizinische Nutzen der Spülung ist gering. Es empfehlen sich Mundspülungen für die Zähne aus der Drogerie, die sowohl antibakteriell wirken als auch effektiv bei der Kariesprophylaxe sind. Es sollten deshalb Fluoride enthalten sein. Nicht unbedingt notwendig ist Chlorhexidin, das einige Nachteile mit sich bringt und deshalb nur für kurze Zeit zur Anwendung kommen sollte. Je nach persönlichem Anspruch eignet sich eine andere Spülung:

Den grundlegenden Rundumschutz bei sanftem Geschmack erhalten Verbraucher mit meridol. Eine gute Wirkung erzielt auch LISTERINE ZERO, das im Gegensatz zu anderen LISTERINE-Produkten alkoholfrei ist. Sehr scharfen Geschmack, geringeren Kariesschutz, aber dafür einen Wirkstoff zur Zahnsteinentfernung erhalten Verbraucher mit LISTERINE TOTAL CARE. Der günstigste Produkt mit leichtem Aufhellungseffekt der Zähne heißt LISTERINE Advanced White.

Im Gegensatz zu Mundspülungen haben Mundwässer wie Odol keine medizinische Bedeutung.

Mundspülungen für kurze, medizinische Anwendungen

Neben der täglichen Zahnpflege und Prophylaxe gibt es für Mundspülungen noch weitere wichtige Einsatzbereiche:

  • Wenn der Anwender zur herkömmlichen Zahnreinigung nicht in der Lage ist, etwa bei Krankheit oder Alter.
  • Bei festen Zahnspangen.
  • Bei Zahnfleischentzündungen.
  • Nach Operationen, um Wunden zu desinfizieren und die Heilung zu fördern.

In diesen Fällen bieten sich Chlorhexidin haltige Mundspülungen an, die stark antiseptisch wirken und Plaque sehr effektiv entfernen.

 

2017-05-29T18:11:58+00:00