Behandlung zum Ersatz fehlender Zähne: Behandlung einer Periimplantitis

Durch eine Entzündung des  umgebenden Gewebes können Implantate ebenso wie Zähne verloren gehen (Periimplantitis). Diese Übersichtsarbeit untersucht, welche Methoden für die Behandlung einer Periimplantitis besser sind. Sieben Studien mit 142 Patienten wurden ausgewählt und sechs Behandlungsmethoden wurden bewertet. In einer kleinen Studie an Patienten mit einer schweren Periimplantitis wurde in einem kurzen Beobachtungszeitraum von 4 Monaten zusätzlich zur mechanischen Reinigung der Taschen ein lokales Antibiotikum verabreicht. Eine Reduktion der Taschentiefen um zusätzlich 0,6 mm wird für dieses Verfahren im Vergleich zu einer Taschenreinigung ohne lokale Antibiotikaapplikation angegeben. In einer weiteren kurz angelegten Studie (6 Monate) wurde beschrieben, dass Knochenersatzmaterial (Bio-Oss), aus bovinem Ursprung, zusammen mit einer resorbierbaren Membran die Taschentiefen zusätzlich um 0,5 mm verringert. Die Mehrzahl der Tests mit komplizierten und teuren Behandlungen konnte keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber der einfachen Taschenreinigung zeigen. Als Ergebnis wird festgestellt, dass es zu wenig wissenschaftliche Studien auf hohem Evidenzniveau gibt, um eine klare Empfehlung für die effizienteste Behandlung der Periimplantitis zu geben.

Kommentar

Weil die Anzahl der weltweit inserierten Implantate zunimmt, ist es wünschenswert wissenschaftlich gut fundierte Erkenntnisse für die Behandlung der Periimplantitis zu bekommen. Hier besteht eindeutig Forschungsbedarf. Patienten und Zahnärzte benötigen verlässliche Methoden zur Therapie der bakteriell bedingten Entzündung und Destruktion des Implantatbettes. Das Risiko für Implantatverluste könnte so reduziet werden. Die Studie hat sechs hohes und ein niedriges Biasrisiko.

Schlussfolgerung:

Es gibt sehr wenig zuverlässige Beweise dafür, welche die wirkungsvollsten Interventionen für die Behandlung der Periimplantitis sein könnte. Es kann allerdings nicht bestätigt werden, dass z.Z. verwendete Interventionen nicht wirkungsvoll sind. Die Nutzung lokaler Antibiotika zusätzlich zum manuellen subgingivalen Debridement war mit einer Reduzierung des Attachement-Levels (PAL) von 0,6 mm sowie der Taschen-Sondierungs-Tiefe (PPD) über einen 4-monatigen Zeitraum bei den Patienten mit schweren Formen der Periimplantitis. Nach 6 Monaten schienen beide Augmentationsverfahren erfolgreich zu sein, aber ein verbesserter PAL und PPD (0,5mm) wurden erreicht, wenn Bio-Oss mit resorbierbaren Membranen benutzt wurde. In vier Versuchen schien die Kontrollgruppe, welche im Allgemeinen aus einem einfachen subgingivalen mechanischen Debridement bestand, ausreichend zu sein Resultate zu erzielen, die den komplizierteren und teuren Behandlungen ähnlich sind. Die Gruppen waren sehr klein und die Nachbehandlungszeit zu kurz; folglich müssen diese Schlußfolgerungen mit großer Vorsicht betrachtet werden. Größere, gut entworfene RCTs sind erforderlich.