Ein Stiftaufbau wird benötigt, wenn  ein stark kariös zerstörter Zahn oder ein frakturierter Zahn  einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen wurde. Es ist meistens nur wenig der ursprünglichen Zahnhartsubstanz erhalten. Der Zahn ist durch fehlende Zahnsubstanz gegenüber den Kaukräften stark geschwächt, was zu weiteren Frakturen führen kann. Außerdem ist oft nicht genügend Substanz erhalten, um den Zahn mit einer Krone zu versorgen. Als Ausgleich für die verlorene Substanz wird ein Stiftaufbau eingebracht, welcher den Zahn stabilisiert und einer Krone genügend Retention und Adhäsion für den Aufbau bietet.
Die Materialien der Stifte und der Aufbauten aus dem  zahntechnischen Labor sind entweder aus Gold oder auch aus  Nicht-Edelmetall. Beim direkten Verfahren können neben Metallstiften und -schrauben auch kohlenstoffverstärkte oder glasfaserverstärkte Kunststoffstifte verwendet werden. Dadurch erweitert sich  das Spektrum der Materialien, die für den eigentlichen Aufbau geeignet sind auf die verschieden Zemente und Komposite.
Glasfaserverstärkte Komposit-Wurzelstifte besitzen im Gegensatz zu Metall-, Zirkon- und Karbon-Stiften ein dentinähnliches biomechanisches Verhalten. Durch die dentin-adäquate Elastizität verteilen sich auftretende Kräfte besser auf die umgebende Zahnsubstanz, ohne dass es zu punktuellen Kraftspitzen in der Zahnwurzel kommt wie bei den zuvor genannten Alternativen. Die physiologische Kraftverteilung des adhäsiven Gesamtverbunds aus Glasfaser, Aufbaukomposit und erhaltener Zahnsubstanz apikal und koronal vermindert das Frakturrisiko.
Moderne Komposite und Adhäsiv-Systeme sind in der postendodontischen Therapie tief zerstörter Zähne von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Zahnerhalt.
 Es wurden in 2 Studien mit 317 Patienten unter hohem Biasrisiko untersucht, ob die Nicht-Metallstifte weniger Verluste zuweisen als glasfaserverstärkte oder Karbonstifte.
9 von 98 Patienten bei den Metallstiften zeigten Verluste wogegen bei 97 Patienten mit Karbon- oder glasfaserverstärkten Stiften keine Verluste vorhanden waren.
Die Autoren kommen zu keiner Schlussfolgerung. Mehr randomisierte Studien sind notwendig, um zu beweisen, welches System in den verschiedenen Fällen benutzt werden soll.