Nutzen lokaler Fluoridierung der Zähne von Kindern und Jugendlichen (Mundspülungen, Gele, Lacke) zusätzlich zu einer fluoridierten Zahncreme?

Zusätzliche lokale Fluoridierung der Zahnoberflächen mit Fluoridgelen, Lacken oder Fluoridmundspülungen, neben dem Gebrauch einer fluoridhaltigen Zahncreme, kann das Kariesrisiko bei Kindern und Jugendlichen weiter senken. Allerdings ist der zusätzliche Effekt nicht groß.

Zahnfäule, “Löcher” oder Karies kann schmerzhaft sein, schädigt die Zähne und die Behandlung ist kostspielig. Fluoride können vor Karies schützen, d. h. das Risiko senken. In einigen Ländern und Regionen werden Fluoride dem Trinkwasser zugesetzt. Wenn Fluoridgele, Fluoridmundspülungen oder Lacke zusätzlich zu einer fluoridhaltigen Zahnpasta eingesetzt werden, entsteht ein zusätzlicher Schutz vor Karies. Dieser zusätzliche Nutzen ist allerdings nicht groß. Unerwünschte Nebenwirkung einer zusätzlich zur Zahnpasta vorgenommenen lokalen Fluoridierung wurden in dieser Übersichtsarbeit nicht untersucht.

Kommentar:

Auch wenn der zusätzliche Effekt gering ist, so ist der zusätzliche Aufwand bei einer Mundspüllung, bei Fluoridgelen oder Lacken auch nicht groß, sodass der Einsatz gerechtfertigt erscheint. In der Übersichtsarbeit (Review) wird nicht die systemische Fluoridierung mit Tabletten besprochen. Es geht nur um die örtliche Anwendung von Fluoriden, die so genannte lokale oder topische Fluoridierung.

Als Basisfluoridierung wird die fluoridhaltige Zahnpasta genommen. Zusätzlich können, um den Schutz vor Karies etwas zu verstärken, noch Fluoridgele, Fluoridlacke oder Mundspüllösungen angewandt werden. Wie weit durch die Kombinationen schädliche Nebenwirkungen auftreten, wird in dem Review nicht berichtet.

Gefundene Studien: 88

Eingeschlossene Studien: 25 ( Total 7747 Patienten)

Schlußfolgerung:

Es gibt einen klaren Beweis des kariesinhibierenden Effektes von Fluoridgel. Die höchste Schätzung des Effektes ist eine 22 % Reduktion des DMFS. Sie basiert auf den 14 placebokontrollierten Versuchsreihen. Dieses entspricht einem NNT von 2 zur Vermeidung 1 DMFS in einer Bevölkerung mit einem Kariesvorkommen von 2,2 MFS/Jahr  oder einem NNT von 24 basierend auf einem Vorkommen von 0,2 DMFS/Jahr.   Es liegen wenige Informationen hinsichtlich des Wechselgebisses, über schädliche Wirkungen oder Akzeptanz der Behandlung vor. Zukünftige Versuche sollten eine Einschätzung über mögliche schädigende Effekte beinhalten.

The Decayed, Missing, Filled (DMF) index has been used for over 50 years and is well established as the key measure of caries experience in dental epidemiology.

The Number Needed to Treat (NNT) is the number of patients you need to treat to prevent one additional bad outcome (death, stroke, etc.). For example, if a drug has an NNT of 5, it means you have to treat 5 people with the drug to prevent one additional bad outcome.