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Behandlung

Parodontitis in Essen-Rüttenscheid: systematisch behandeln und Zähne langfristig stabilisieren

Parodontitis-Behandlung in der Praxis in Essen-Rüttenscheid: Diagnose, systematische Therapie, UPT-Nachsorge, Risikofaktoren und ergänzende Verfahren verständlich erklärt.

01 Behandlungszimmer der Praxis

Kurzantwort

Parodontitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Dabei werden nicht nur das Zahnfleisch, sondern im Verlauf auch Haltefasern und Kieferknochen geschädigt. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Zahnlockerung und Zahnverlust führen.

In unserer Praxis in Essen-Rüttenscheid orientiert sich die Behandlung an einem systematischen periodontalen Therapiekonzept : Zuerst werden Befund und Risikofaktoren erfasst, anschließend Biofilm und harte Beläge kontrolliert und entzündete Zahnfleischtaschen behandelt. Nach der aktiven Therapie folgt eine individuell abgestimmte unterstützende Parodontitistherapie.

HELBO photodynamische Therapie und Waterlase iPlus stehen in der Praxis für ausgewählte Situationen zur Verfügung. Sie sind jedoch keine Ersatzbehandlung für die systematische Parodontitistherapie und werden nicht routinemäßig jedem Patienten angeboten.

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Was ist Parodontitis?

Der Zahnhalteapparat besteht unter anderem aus Zahnfleisch, Wurzelzement, Faserapparat und Kieferknochen. Bei einer Parodontitis entsteht eine entzündliche Reaktion, die zu einem fortschreitenden Verlust dieser Stützgewebe führen kann.

Auslöser ist ein dysbiotischer bakterieller Biofilm am Zahnfleischrand und in den Zahnfleischtaschen. Wie stark sich die Erkrankung entwickelt und wie schnell sie fortschreitet, hängt jedoch nicht nur von Bakterien ab. Auch individuelle Entzündungsreaktion und Risikofaktoren spielen eine wichtige Rolle.

Parodontitis ist deshalb weder einfach „Zahnstein unter dem Zahnfleisch“ noch eine Erkrankung, die durch einmaliges Reinigen dauerhaft erledigt ist.

Parodontitis oder Gingivitis – was ist der Unterschied?

Bei einer Gingivitis ist das Zahnfleisch entzündet, ohne dass bereits ein parodontitisbedingter Verlust von Zahnhaltegewebe vorliegt.

Bei einer Parodontitis kommt es zusätzlich zu einem Verlust von Attachment und Kieferknochen.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Eine Gingivitis kann sich bei wirksamer Plaquekontrolle grundsätzlich zurückbilden. Bereits verloren gegangenes parodontales Stützgewebe wächst dagegen nicht automatisch vollständig nach, nur weil die Entzündung behandelt wird.

Deshalb ist eine frühe Diagnose relevant.

Welche Symptome kann Parodontitis verursachen?

Parodontitis kann lange relativ unauffällig verlaufen. Mögliche Hinweise sind:

  • Zahnfleischbluten,
  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch,
  • Zahnfleischrückgang,
  • länger wirkende Zähne,
  • Mundgeruch,
  • Veränderungen zwischen den Zähnen,
  • Zahnwanderungen,
  • Lockerung einzelner Zähne,
  • oder Beschwerden beim Kauen.

Diese Zeichen erlauben keine sichere Selbstdiagnose.

Vor allem Zahnfleischbluten bedeutet nicht automatisch Parodontitis. Umgekehrt kann eine fortgeschrittene Erkrankung vorhanden sein, obwohl der Patient nur wenig Schmerzen bemerkt.

Wie wird Parodontitis diagnostiziert?

Die Diagnose stützt sich auf mehrere Befunde.

Parodontaler Befund

Mit einer Parodontalsonde werden unter anderem Zahnfleischtaschen und Blutung auf Sondierung beurteilt. Dabei wird erfasst, an welchen Stellen entzündliche Veränderungen vorliegen und wie weit das Zahnhaltegewebe betroffen ist.

Röntgendiagnostik

Röntgenaufnahmen können helfen, den Zustand des knöchernen Zahnhalteapparates zu beurteilen.

Eine dreidimensionale DVT-Aufnahme ist für die routinemäßige Parodontitisdiagnostik nicht automatisch erforderlich. Zusätzliche Bildgebung wird nur eingesetzt, wenn eine konkrete Fragestellung sie medizinisch rechtfertigt.

Staging und Grading

Parodontitis wird heute nach Stadium und Grad klassifiziert.

Das Stadium beschreibt unter anderem Ausmaß, Schwere und Komplexität der Erkrankung. Der Grad berücksichtigt die erwartete beziehungsweise beobachtete Progression sowie wichtige Risikofaktoren.

Diese Einordnung hilft dabei, Therapie und Nachsorge an die individuelle Situation anzupassen.

Welche Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Nicht jeder Mensch mit ähnlicher Plaquemenge entwickelt dieselbe Krankheitsausprägung.

Besonders relevant sind unter anderem:

Rauchen

Tabakkonsum erhöht das Risiko für Parodontitis und kann den Therapieverlauf ungünstig beeinflussen. Deshalb gehört die Frage nach dem Rauchverhalten zur parodontalen Risikobeurteilung.

Diabetes mellitus

Zwischen Diabetes und Parodontitis besteht eine wechselseitige Beziehung. Besonders bei unzureichend eingestelltem Diabetes kann das parodontale Risiko erhöht sein.

Wenn Sie an Diabetes erkrankt sind, sollte dies bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden.

Mundhygiene und Biofilmkontrolle

Eine dauerhaft kontrollierbare häusliche Mundhygiene ist eine zentrale Voraussetzung für die Behandlung. Ohne ausreichende tägliche Biofilmkontrolle lassen sich entzündliche Prozesse langfristig schlechter stabilisieren.

Weitere individuelle Faktoren

Auch Alter, genetische Faktoren, allgemeine Gesundheit, Medikamente und lokale anatomische beziehungsweise restaurative Bedingungen können relevant sein.

Behandlungsablauf im Überblick

Die heutige Parodontitistherapie ist kein einzelner Eingriff, sondern eine Behandlungsstrecke .

Die EFP-Leitlinie für Stadium I–III beschreibt vier aufeinander aufbauende Therapieschritte.

Schritt 1: Information, Risikofaktoren und Mundhygiene

Zu Beginn werden Diagnose, Ursachen und persönliche Risikofaktoren besprochen.

Dazu gehören insbesondere:

  • verständliche Information über die Erkrankung,
  • Anleitung zur häuslichen Mundhygiene,
  • Kontrolle des supragingivalen Biofilms,
  • professionelle Entfernung zugänglicher Beläge,
  • Unterstützung bei der Tabakentwöhnung, wenn relevant,
  • und bei Diabetes die Berücksichtigung einer möglichst guten Stoffwechseleinstellung.

Dieser erste Schritt ist keine kosmetische Vorbehandlung. Er schafft die Grundlage dafür, dass die weitere Therapie langfristig funktionieren kann.

Schritt 2: Subgingivale Instrumentierung

Im zweiten Schritt werden Beläge und Biofilm in behandlungsbedürftigen Zahnfleischtaschen mechanisch entfernt.

Dabei werden die Wurzeloberflächen mit geeigneten Hand- und/oder maschinellen Instrumenten behandelt.

Ziel ist, die mikrobielle Belastung in den Taschen zu reduzieren und Bedingungen zu schaffen, unter denen die Entzündung zurückgehen kann.

Der Begriff „Deep Cleaning“ beschreibt diesen Schritt nur unvollständig. Es handelt sich um eine gezielte parodontale Behandlung auf Grundlage des vorher erhobenen Befunds.

Was passiert nach der ersten aktiven Behandlung?

Nach einer Heilungsphase wird überprüft, wie das Gewebe auf die Behandlung reagiert hat.

Dabei werden erneut relevante parodontale Befunde beurteilt. Nicht jede Tasche reagiert gleich.

Wenn die Entzündung deutlich reduziert und die Situation gut kontrollierbar ist, kann der Patient in die unterstützende Nachsorge übergehen.

Bleiben dagegen tiefe oder entzündliche Resttaschen bestehen, muss entschieden werden, ob weitere Behandlung notwendig ist.

Schritt 3: Behandlung verbleibender Problembereiche

Bei Resttaschen oder komplexeren Defekten können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.

Je nach Befund können dazu gehören:

  • erneute nicht-chirurgische Instrumentierung,
  • parodontalchirurgische Zugänge,
  • resektive Verfahren,
  • oder in bestimmten Defektsituationen regenerative Verfahren.

Nicht jeder Patient benötigt einen chirurgischen dritten Therapieschritt.

Die Entscheidung richtet sich nach Resttaschentiefe, Entzündungszeichen, Defektmorphologie, Erhaltungswürdigkeit der Zähne und persönlicher Risikosituation.

Schritt 4: Unterstützende Parodontitistherapie (UPT)

Nach erfolgreicher aktiver Behandlung beginnt die langfristige Nachsorge.

Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) ist kein optionales Extra, sondern ein zentraler Bestandteil des Behandlungskonzepts.

Dabei werden je nach Risiko:

  • Zahnfleisch und parodontale Befunde kontrolliert,
  • Mundhygiene erneut besprochen und angepasst,
  • professionelle Biofilmkontrolle durchgeführt,
  • problematische Stellen behandelt,
  • und Veränderungen frühzeitig erkannt.

Die Intervalle richten sich nach individuellem Risiko und Krankheitsgrad – nicht nach einer pauschalen Regel wie „einmal pro Jahr“.

Die DG PARO betont, dass diese bedarfsorientierte unterstützende Therapie langfristig notwendig ist, um das erreichte Ergebnis zu stabilisieren.

Ist eine PZR dasselbe wie Parodontitistherapie?

Nein.

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) ist eine prophylaktische Maßnahme zur Entfernung zugänglicher Beläge und Biofilm.

Eine systematische Parodontitistherapie behandelt eine diagnostizierte Erkrankung des Zahnhalteapparates und umfasst abhängig vom Befund unter anderem subgingivale Instrumentierung, Reevaluation und langfristige UPT.

Eine PZR kann Teil eines Prophylaxekonzepts sein, ersetzt aber keine notwendige Parodontitisbehandlung.

Mehr über professionelle Zahnreinigung

Welche Rolle spielt HELBO in der Praxis?

in der Praxis steht HELBO photodynamische Therapie zur Verfügung.

Dabei wird ein Photosensibilisator in Verbindung mit Licht einer definierten Wellenlänge eingesetzt, um Mikroorganismen photochemisch zu beeinflussen.

Wichtig ist die medizinische Einordnung:

HELBO ist in der Praxis keine Standard- oder Ersatztherapie für Parodontitis. Dr. Hayim setzt das Verfahren nur bei ausgewählten Patienten und nach individueller Indikation ein.

Die aktuell weiterhin als Referenz verwendete EFP-S3-Therapieleitlinie für Stadium I–III schlägt eine routinemäßige photodynamische Zusatztherapie zur subgingivalen Instrumentierung nicht vor.

Neuere Studien und Meta-Analysen untersuchen mögliche zusätzliche Effekte in bestimmten Patientengruppen weiter. Die Evidenz ist damit nicht gleichbedeutend mit einer allgemeinen Empfehlung für jeden Parodontitispatienten.

Genau deshalb wird HELBO in unserer Praxis als klinisch ausgewählte Ergänzung , nicht als Kern der Behandlung dargestellt.

Welche Rolle spielt Waterlase iPlus?

Mit Waterlase iPlus steht außerdem ein Hard-Laser-System in der Praxis zur Verfügung.

Laserverfahren werden in der Parodontologie für unterschiedliche Anwendungen untersucht und können in ausgewählten Situationen ergänzend eingesetzt werden.

Auch hier gilt jedoch: Die systematische nicht-chirurgische Therapie basiert auf Biofilmkontrolle und subgingivaler Instrumentierung. Die EFP-Leitlinie schlägt Laser als routinemäßige Ergänzung der subgingivalen Instrumentierung nicht vor.

Das Vorhandensein eines Lasers wird in der Praxis deshalb nicht als Begründung verwendet, die Standardtherapie zu ersetzen oder einen besseren Behandlungserfolg zu versprechen.

Bedeutet Laser „keimfrei“?

Nein.

Das Wurzel- und Taschenmilieu ist biologisch komplex. Eine seriöse Parodontitisbehandlung kann keine vollständige und dauerhafte „Keimfreiheit“ versprechen.

Auch bei photodynamischen oder laserunterstützten Verfahren wäre die Aussage „alle Bakterien werden beseitigt“ medizinisch zu absolut.

Ziel ist vielmehr, den krankheitsrelevanten Biofilm und die Entzündung so weit zu kontrollieren, dass stabile parodontale Verhältnisse erreicht und möglichst langfristig erhalten werden können.

Kann sich verlorener Knochen wieder aufbauen?

Nicht pauschal.

Nach erfolgreicher nicht-chirurgischer Behandlung kann sich die entzündliche Situation deutlich verbessern. Bereits verloren gegangenes parodontales Stützgewebe regeneriert sich jedoch nicht automatisch vollständig.

In bestimmten intraossären Defekten oder anderen geeigneten anatomischen Situationen können regenerative parodontalchirurgische Verfahren infrage kommen.

Ob eine echte regenerative Behandlung sinnvoll ist, hängt von Defektform, Zahnprognose, Mundhygiene, Risikofaktoren und weiteren klinischen Voraussetzungen ab.

Deshalb wäre die Aussage „Knochen wächst nach Parodontitisbehandlung wieder nach“ ohne Einschränkung irreführend.

Können lockere Zähne wieder fest werden?

Das hängt davon ab, warum ein Zahn locker ist und wie viel Zahnhaltegewebe noch vorhanden ist.

Wenn ein Teil der Lockerung durch akute Entzündung verursacht wird, kann sich die Stabilität nach erfolgreicher Behandlung verbessern.

Bei starkem Verlust des Zahnhalteapparates lässt sich die ursprüngliche Verankerung jedoch nicht einfach vollständig wiederherstellen.

Manche Zähne können trotz reduziertem Zahnhalteapparat langfristig erhalten werden. Andere haben eine ungünstige Prognose.

Die Beurteilung erfolgt deshalb für jeden Zahn einzeln.

Muss bei Parodontitis jeder betroffene Zahn erhalten werden?

Nein.

Das Therapieziel ist Zahnerhalt, wenn dieser medizinisch sinnvoll und prognostisch vertretbar ist .

Bei sehr weit fortgeschrittenem Knochenverlust, ungünstigen Frakturen, nicht kontrollierbarer Entzündung oder anderen schwerwiegenden Faktoren kann die Entfernung einzelner Zähne sinnvoll sein.

Bei Stadium IV kann zusätzlich eine komplexe funktionelle und prothetische Rehabilitation erforderlich werden. Die aktuelle EFP-Leitlinie für Stadium IV betont deshalb einen häufig multidisziplinären Ansatz.

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Parodontitis und Implantate

Eine bestehende oder vorausgegangene Parodontitis ist auch für Implantatplanungen relevant.

Vor einer Implantation sollte eine aktive parodontale Erkrankung diagnostisch und therapeutisch berücksichtigt werden. Nach einer Implantatversorgung bleibt eine kontrollierte Mundhygiene wichtig.

Parodontitis an natürlichen Zähnen und Periimplantitis an Implantaten sind nicht dieselbe Erkrankung, teilen aber relevante entzündliche und biofilmbezogene Risikofaktoren.

Zahnimplantate in Essen-Rüttenscheid

Ist Parodontitis heilbar?

Der Begriff „heilbar“ kann missverständlich sein.

Eine aktive Entzündung kann behandelt und die Erkrankung in vielen Fällen stabilisiert werden. Bereits entstandener Attachment- und Knochenverlust bleibt jedoch ein Teil der Krankheitsgeschichte und das Risiko eines erneuten Fortschreitens kann bestehen.

Deshalb ist das realistische Behandlungsziel:

  • Entzündung kontrollieren,
  • weitere Gewebezerstörung möglichst verhindern oder verlangsamen,
  • erhaltungsfähige Zähne stabilisieren,
  • und das Ergebnis durch langfristige Nachsorge sichern.

Parodontitis sollte deshalb eher als langfristig kontrollierbare chronische Erkrankung verstanden werden als als Problem, das nach einer einmaligen Reinigung „für immer weg“ ist.

Wie wichtig ist Rauchen für die Behandlung?

Sehr wichtig.

Rauchen gehört zu den bedeutenden beeinflussbaren Risikofaktoren für Parodontitis. Es kann die Krankheitsprogression und das Therapieergebnis ungünstig beeinflussen.

Eine professionelle Parodontitistherapie kann den Effekt des Rauchens nicht einfach technisch „ausgleichen“.

Deshalb gehört die Unterstützung bei einer Rauchreduktion beziehungsweise Tabakentwöhnung zu einem risikoorientierten Behandlungskonzept.

Was hat Diabetes mit Parodontitis zu tun?

Diabetes und Parodontitis können sich gegenseitig beeinflussen.

Besonders eine unzureichende Blutzuckereinstellung kann mit einem höheren parodontalen Risiko verbunden sein. Gleichzeitig zeigen Leitlinien und Fachgesellschaften, dass die parodontale Gesundheit bei Menschen mit Diabetes besonders berücksichtigt werden sollte.

Wenn bei Ihnen Diabetes bekannt ist, ist es sinnvoll, aktuelle Informationen zur Stoffwechseleinstellung in die Anamnese einzubeziehen.

Die Zahnarztpraxis ersetzt dabei keine diabetologische Betreuung.

Was kostet eine Parodontitisbehandlung?

Die Kosten hängen von Diagnose, Versicherungsstatus und notwendigem Behandlungsumfang ab.

Für gesetzlich Versicherte regelt die PAR-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses die systematische Parodontitistherapie im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung. Die aktuelle Fassung ist seit 1. Juli 2025 in Kraft.

Nach den aktuellen KZBV-Patienteninformationen besteht im Rahmen dieser Versorgung nach der aktiven Behandlung ein strukturierter Anspruch auf unterstützende Parodontitistherapie über einen definierten Zeitraum; Frequenz und konkrete Maßnahmen richten sich unter anderem nach dem festgestellten Erkrankungsgrad.

Private Zusatzverfahren wie HELBO oder ausgewählte Laseranwendungen sind davon zu unterscheiden.

Vor einer kostenpflichtigen Zusatzleistung sollte deshalb klar sein, warum sie im konkreten Fall erwogen wird, was sie ergänzen soll und welche Kosten entstehen .

Parodontitis bei Dr. Hayim

Dr. med. dent. J. Hayim M.Sc. verfügt über die Qualifikation Master of Science in Oral Implantologie und Parodontologie .

Zusätzlich ist ein Master Degree in Laserzahnmedizin der Universität Wien eine seiner weiterführenden Qualifikationen.

Diese Qualifikationen ändern jedoch nichts am Grundprinzip der Seite: Die Standardtherapie richtet sich nach periodontalem Befund und leitlinienorientiertem Behandlungspfad. Laser oder photodynamische Verfahren werden daraus nicht automatisch zur Haupttherapie.

FAQ

Häufige Fragen zur Parodontitis

Ist Zahnfleischbluten immer Parodontitis?

Nein. Zahnfleischbluten kann auch bei einer Gingivitis auftreten. Ob bereits parodontaler Gewebeverlust besteht, muss zahnärztlich untersucht werden.

Kann Parodontitis ohne Schmerzen vorhanden sein?

Ja. Parodontitis kann über längere Zeit mit wenig oder keinen Schmerzen verlaufen. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen wichtig.

Reicht eine professionelle Zahnreinigung bei Parodontitis?

Nein. Eine PZR ersetzt keine systematische Behandlung einer diagnostizierten Parodontitis.

Wird bei Parodontitis immer unter dem Zahnfleisch gereinigt?

Wenn behandlungsbedürftige parodontale Taschen bestehen, gehört die subgingivale Instrumentierung zum zentralen aktiven Therapieschritt. Welche Stellen behandelt werden müssen, ergibt sich aus dem parodontalen Befund.

Brauche ich immer einen Laser?

Nein. Laser ist kein routinemäßig notwendiger Bestandteil jeder Parodontitistherapie. in der Praxis können Laser- oder photodynamische Verfahren in ausgewählten Situationen ergänzend eingesetzt werden.

Was ist HELBO?

HELBO ist ein System für antimikrobielle photodynamische Therapie. in der Praxis wird es nur in einzelnen klinisch ausgewählten Situationen eingesetzt und ersetzt nicht die Standardbehandlung.

Entfernt HELBO alle Bakterien?

Nein. Eine vollständige und dauerhafte bakterielle Elimination kann nicht versprochen werden.

Kann verlorener Knochen wieder wachsen?

Nicht generell. In ausgewählten Defektsituationen können regenerative Verfahren infrage kommen. Ob dies möglich ist, muss individuell beurteilt werden.

Wie oft brauche ich nach der Behandlung eine Kontrolle?

Das Intervall richtet sich nach Erkrankungsgrad, aktuellem Befund und persönlichem Risiko. Eine feste Jahresregel ist nicht sinnvoll.

Muss ich lebenslang zur Nachsorge?

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung mit Rezidivrisiko. Langfristige unterstützende Nachsorge ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Stabilisierung.

Kann man trotz Parodontitis Implantate bekommen?

Eine vorausgegangene Parodontitis schließt Implantate nicht automatisch aus. Eine aktive Erkrankung und das individuelle Risiko müssen jedoch vor und nach einer Implantatversorgung berücksichtigt werden.

Fachliche Grundlagen

Die Behandlungssystematik dieser Seite orientiert sich an der S3-Level-Therapieleitlinie der European Federation of Periodontology (EFP) für Parodontitis Stadium I–III und an der deutschen Implementierung durch die DG PARO . Die deutsche AWMF-Fassung befindet sich nach Ablauf ihres formalen Gültigkeitszeitraums derzeit in Überarbeitung; die EFP führt die evidenzbasierte Vier-Schritt-Systematik weiterhin als klinische Guideline.

Für Stadium IV wurde die EFP-S3-Level-Leitlinie zur multidisziplinären Behandlung fortgeschrittener Parodontitis berücksichtigt.

Die Patienteninformationen der DG PARO und der KZBV wurden für Krankheitsverständnis, Nachsorge und die deutsche Versorgungssystematik herangezogen. Die aktuelle PAR-Richtlinie des G-BA wurde für Aussagen zur vertragszahnärztlichen Versorgung geprüft.

Die Angaben zu HELBO photodynamischer Therapie, Waterlase iPlus und den Qualifikationen von Dr. Hayim stammen aus den Praxisangaben. Die EFP-Leitlinie schlägt photodynamische Therapie und Laser nicht als routinemäßige Zusatzmaßnahmen zur subgingivalen Instrumentierung vor. Diese Evidenzgrenze wird auf dieser Seite ausdrücklich beibehalten.

Stand der redaktionellen Prüfung: 8. August 2026. Diese Seite ersetzt keine individuelle zahnärztliche Untersuchung, Diagnose, Aufklärung oder Behandlungsplanung.

Weitere Informationen

Quellen

  1. Guideline on treatment of stage I–III periodontitis · European Federation of Periodontology
  2. DG PARO / EFP · DG PARO / EFP
  3. Medizinische Fachinformation · C. Medical/professional sources
  4. EFP Step 4 supportive periodontal care · EFP Step 4 supportive periodontal care
  5. AWMF / DG PARO German Stage I–III guideline register · AWMF
  6. EFP Stage IV guideline · EFP Stage IV guideline
  7. KZBV: Behandlung der Parodontitis · KZBV
  8. G-BA PAR-Richtlinie · G-BA PAR-Richtlinie
  9. PubMed 2024/2025 evidence on adjunctive aPDT · PubMed
  10. PubMed 2024/2025 evidence on adjunctive aPDT · PubMed
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