Digitales oder analoges Röntgen beim Zahnarzt: Was ist der Unterschied?
Kurzantwort
Analoges und digitales Röntgen verwenden beide Röntgenstrahlung. Der wichtigste Unterschied liegt nicht in der Strahlungsart, sondern darin, wie das Bild aufgenommen, verarbeitet und gespeichert wird.
Beim klassischen analogen Röntgen wird ein Röntgenfilm belichtet und anschließend entwickelt. Beim digitalen Röntgen trifft die Strahlung dagegen auf einen digitalen Bildempfänger. Das kann ein direkter Sensor oder eine Speicherfolie sein.
Digitales Röntgen bietet praktische Vorteile:
- Bilder können schneller verfügbar sein,
- Helligkeit und Kontrast lassen sich am Bildschirm anpassen,
- Bilddaten können elektronisch gespeichert und weitergegeben werden,
- und digitale Detektoren bieten bei geeigneter Technik Potenzial zur Dosisreduktion.
Zwei Aussagen wären jedoch falsch:
„Digitales Röntgen ist strahlungsfrei.“
und
„Digital bedeutet bei jeder Aufnahme automatisch weniger Strahlung.“
Auch beim digitalen Röntgen entsteht das diagnostische Bild durch ionisierende Röntgenstrahlung. Wie hoch die tatsächliche Exposition ist, hängt unter anderem von Untersuchung, Gerät, Bildempfänger, Belichtungseinstellungen, Bildfeld, Positionierung und möglichen Wiederholungsaufnahmen ab.
Was ist analoges Röntgen beim Zahnarzt?
Beim analogen Röntgen dient ein Röntgenfilm als Bildempfänger.
Während der Aufnahme durchdringt Röntgenstrahlung die untersuchte Region. Je nachdem, wie stark Zähne, Knochen und andere Strukturen die Strahlung abschwächen, entsteht auf dem Film zunächst ein noch nicht sichtbares beziehungsweise latentes Bild.
Damit daraus ein diagnostisch beurteilbares Röntgenbild wird, muss der Film anschließend verarbeitet werden.
Dazu gehören beim klassischen Filmverfahren insbesondere Entwicklungs- und Fixierschritte.
Erst danach kann das fertige Röntgenbild betrachtet werden.
Analog bedeutet deshalb nicht, dass eine andere Art von Strahlung verwendet wird.
Der Begriff beschreibt vor allem den Bildempfänger und die Bildverarbeitung :
- Aufnahme auf Film,
- chemische Entwicklung,
- physisches Röntgenbild.
Die Qualität eines analogen Bildes hängt dabei nicht nur von der eigentlichen Belichtung ab. Auch Fehler bei Entwicklung, Verarbeitung, Lagerung oder Positionierung können die diagnostische Qualität beeinträchtigen.
Was ist digitales Röntgen?
Beim digitalen Röntgen wird ebenfalls Röntgenstrahlung erzeugt und durch den Körper beziehungsweise die untersuchte Zahnregion geschickt.
Anstelle eines klassischen Films wird die verbleibende Strahlung jedoch durch einen digitalen Bildempfänger registriert.
Die Bildinformation wird anschließend als digitale Daten dargestellt.
In der Zahnmedizin sind für zweidimensionale Aufnahmen insbesondere zwei Konzepte wichtig:
- direkte digitale Sensoren,
- Speicherfolien.
Beide sind digital – sie funktionieren aber nicht gleich.
Wie funktioniert ein direkter digitaler Sensor?
Ein direkter digitaler Sensor ist ein elektronischer Bildempfänger.
Er wird beispielsweise für intraorale Aufnahmen im Mund positioniert.
Nach der Röntgenexposition wird das Signal elektronisch an das Bildsystem übertragen. Das Bild kann dadurch in der Regel sehr schnell am Monitor dargestellt werden.
Der praktische Ablauf ist also verkürzt:
positionieren → belichten → Bild elektronisch anzeigen
Eine chemische Filmentwicklung ist nicht erforderlich.
Direkte Sensoren sind allerdings relativ formstabil. Ihre Größe und Dicke können sich deshalb im Mund anders anfühlen als ein dünner Film oder eine flexible Speicherfolie.
Auch bei einem Sensor bleibt eine präzise Positionierung entscheidend. Ein technisch gutes digitales System kann eine falsch ausgerichtete Aufnahme nicht automatisch korrigieren.
Was ist eine Speicherfolie?
Eine Speicherfolie , international häufig als PSP-Platte bezeichnet, ist ebenfalls ein digitaler Bildempfänger.
Sie ähnelt in ihrer Handhabung eher einem klassischen Röntgenfilm, weil sie dünn und flexibel sein kann.
Der Ablauf unterscheidet sich jedoch von einem Direktsensor.
Die Folie speichert nach der Röntgenexposition zunächst die Bildinformation. Anschließend muss sie in einem speziellen Lesegerät gescannt beziehungsweise ausgelesen werden.
Erst danach erscheint das Bild digital am Bildschirm.
Der Ablauf lautet vereinfacht:
positionieren → belichten → Speicherfolie auslesen → digitales Bild anzeigen
Eine Speicherfolie ist deshalb eindeutig digitales Röntgen , obwohl das Bild nicht unmittelbar während der Belichtung am Monitor erscheint.
Direktsensor und Speicherfolie: Was ist der praktische Unterschied?
Beide Systeme erzeugen digitale Röntgenbilder.
Der Unterschied liegt hauptsächlich in Handhabung und Auslesung.
Direktsensor
- elektronischer Sensor,
- relativ formstabil,
- Bilddaten werden direkt übertragen,
- Bild ist sehr schnell verfügbar,
- kein zusätzlicher Scan der Platte erforderlich.
Speicherfolie
- dünner und flexibler Bildempfänger,
- Bildinformation wird zunächst auf der Folie gespeichert,
- Folie muss anschließend ausgelesen werden,
- danach liegt das Bild digital vor.
Es wäre falsch, daraus allgemein abzuleiten, dass eines der beiden Systeme medizinisch immer besser ist.
Bildqualität, Patientenkomfort, benötigte Anatomie, Gerätesystem und korrekte Anwendung spielen gemeinsam eine Rolle.
Analoges und digitales Röntgen im direkten Vergleich
| Merkmal | Analoges 2D-Röntgen | Digitales 2D-Röntgen |
|---|---|---|
| Röntgenstrahlung erforderlich? | Ja | Ja |
| Bildempfänger | Röntgenfilm | Sensor oder Speicherfolie |
| Bildentstehung | Film wird belichtet | digitaler Empfänger registriert Bildinformation |
| Verarbeitung | chemische Filmentwicklung | elektronisch; bei Speicherfolie zusätzlicher Scan |
| Bildverfügbarkeit | nach Entwicklung | Direktsensor sehr schnell; Speicherfolie nach Auslesen |
| Nachträgliche Bildschirmdarstellung | nicht wie bei digitalen Daten | Helligkeit, Kontrast und Darstellung können angepasst werden |
| Archivierung | physisches Röntgenbild | digitale Bilddaten |
| Elektronische Weitergabe | erst nach Digitalisierung des Films | grundsätzlich direkt als digitale Daten möglich |
| Potenzial zur Dosisreduktion | abhängig von Filmtyp und Technik | vorhanden, aber nicht automatisch realisiert |
| Risiko von Wiederholungsaufnahmen | bei Positionierungs-/Belichtungs-/Entwicklungsfehlern | ebenfalls möglich, z. B. bei Positionierungsfehlern |
| 2D oder 3D? | typischerweise 2D-Projektionsaufnahme | kann 2D sein; DVT ist ein separates digitales 3D-Verfahren |
Der entscheidende Punkt ist:
Digital versus analog beschreibt nicht automatisch die diagnostische Wertigkeit einer Aufnahme.
Eine korrekt angefertigte Aufnahme muss die konkrete klinische Frage beantworten.
Ist digitales Röntgen strahlungsfrei?
Nein.
Das Wort „digital“ beschreibt den Bildempfänger und die Verarbeitung der Bilddaten.
Die Aufnahme selbst basiert weiterhin auf ionisierender Röntgenstrahlung .
Digitales dentales Röntgen ist deshalb nicht mit Verfahren ohne ionisierende Strahlung wie beispielsweise Ultraschall gleichzusetzen.
Das gilt unabhängig davon, ob ein direkter Sensor oder eine Speicherfolie verwendet wird.
Für jede medizinische Röntgenuntersuchung gilt in Deutschland das Prinzip der rechtfertigenden Indikation .
Das bedeutet:
Eine Röntgenaufnahme darf nicht allein deshalb angefertigt werden, weil das Gerät vorhanden oder die Aufnahme technisch unkompliziert ist.
Es muss ein diagnostischer beziehungsweise gesundheitlicher Nutzen erwartet werden, der das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko überwiegt.
Ist digitales Röntgen immer strahlungsärmer als analoges Röntgen?
Nein – nicht als universelle Regel.
Digitale Bildempfänger können je nach System und diagnostischer Aufgabe eine geringere Exposition ermöglichen als konventionelle Filmverfahren.
Das ist ein wichtiger Vorteil moderner digitaler Radiographie.
Die tatsächlich beim Patienten ankommende Dosis wird aber nicht allein durch das Wort „digital“ bestimmt.
Relevant sind unter anderem:
- Art der Röntgenaufnahme,
- verwendetes Gerät,
- Empfindlichkeit des Bildempfängers,
- Röhrenspannung,
- Röhrenstrom und Belichtungszeit,
- Größe des bestrahlten Feldes,
- Kollimation,
- Anatomie und Körpergröße,
- korrekte Positionierung,
- Qualitätssicherung
- und die Zahl notwendiger Wiederholungsaufnahmen.
Ein digitales System kann deshalb theoretisch ein großes Dosisreduktionspotenzial besitzen und trotzdem ungünstig eingesetzt werden.
Beispielsweise können unnötig hohe Belichtungseinstellungen oder vermeidbare Wiederholungsaufnahmen einen Teil des Vorteils wieder aufheben.
Warum kann bei digitalem Röntgen unbemerkt zu hoch belichtet werden?
Bei analogem Film führt eine deutlich falsche Belichtung häufig unmittelbar zu einem sichtbar zu hellen oder zu dunklen Film.
Digitale Systeme besitzen einen größeren Verarbeitungsspielraum.
Darstellung, Helligkeit und Kontrast können nach der Aufnahme angepasst werden.
Das ist im Alltag praktisch.
Es bedeutet jedoch auch, dass ein Bild am Bildschirm akzeptabel aussehen kann, obwohl die Aufnahme mit einer höheren Exposition erzeugt wurde, als für die diagnostische Aufgabe notwendig gewesen wäre.
Deshalb bleibt auch bei digitaler Technik die Optimierung der Belichtungsparameter entscheidend.
Digitalisierung ersetzt Strahlenschutz nicht.
Kann digitales Röntgen die Strahlendosis reduzieren?
Ja, es bietet dazu Potenzial .
Digitale Detektoren können bei geeigneter Einstellung mit geringeren Belichtungen arbeiten als manche konventionellen Filmverfahren.
Das funktioniert aber nur, wenn die gesamte Aufnahmekette optimiert ist.
Dazu gehören beispielsweise:
- passende Belichtungsparameter,
- korrektes Bildfeld,
- möglichst präzise Positionierung,
- geeigneter Bildempfänger,
- Vermeidung unnötiger Wiederholungen
- und kontinuierliche Qualitätssicherung.
Das Ziel lautet deshalb nicht:
„Digital = so wenig Strahlung wie irgendwie technisch möglich.“
Sondern:
So wenig Exposition wie vernünftigerweise möglich – bei gleichzeitig ausreichender diagnostischer Bildqualität.
Eine extrem niedrige Dosis, die kein diagnostisch brauchbares Bild liefert und deshalb eine Wiederholungsaufnahme notwendig macht, wäre kein guter Strahlenschutz.
Gibt es eine feste Prozentzahl, wie viel Strahlung digitales Röntgen spart?
Eine seriöse allgemeine Prozentzahl lässt sich nicht für alle dentalen Röntgenaufnahmen angeben.
Der Unterschied hängt zu stark ab von
- Film- beziehungsweise Detektortyp,
- Untersuchung,
- Röntgengerät,
- Belichtung,
- Feldgröße,
- Patient,
- Positionierung
- und Qualitätsanforderung.
Vergleiche wie
„Digitales Röntgen hat immer 80 Prozent weniger Strahlung“
sind deshalb ohne Angabe von Untersuchung, Vergleichssystem und Protokoll nicht belastbar.
Für den einzelnen Patienten ist wichtiger, dass die konkrete Aufnahme medizinisch begründet und technisch optimiert durchgeführt wird.
Ist die Bildqualität beim digitalen Röntgen immer besser?
Nicht automatisch.
Digitales Röntgen bietet wichtige technische Möglichkeiten, beispielsweise die nachträgliche Anpassung der Darstellung.
Aber diagnostische Bildqualität besteht aus mehr als Bildschirmhelligkeit.
Entscheidend sind unter anderem:
- räumliche Auflösung,
- Kontrast,
- Rauschen,
- korrekte Projektion,
- vollständige Abbildung der relevanten Anatomie,
- Bewegungsfreiheit während der Aufnahme
- und Eignung für die konkrete diagnostische Frage.
Ein perfekt kontrastiertes digitales Bild ist diagnostisch wertlos, wenn beispielsweise der relevante Wurzelbereich nicht vollständig aufgenommen wurde.
Ebenso kann ein technisch korrekt erzeugtes analoges Bild für eine Fragestellung diagnostisch ausreichend sein.
Die sinnvollere Frage ist deshalb nicht:
„Welche Technik macht das schönere Bild?“
sondern:
„Welche Aufnahme liefert für diese konkrete Fragestellung ausreichende diagnostische Information bei angemessener Exposition?“
Was kann bei einem digitalen Röntgenbild nachträglich verändert werden?
Digitale Bilddaten können am Bildschirm unterschiedlich dargestellt werden.
Je nach System sind beispielsweise möglich:
- Anpassung von Helligkeit,
- Anpassung von Kontrast,
- Vergrößerung bestimmter Bildbereiche,
- Mess- oder Darstellungsfunktionen
- und direkte Vergleiche mit früheren digitalen Aufnahmen.
Diese Funktionen können die diagnostische Betrachtung erleichtern.
Sie erzeugen aber keine Anatomie, die bei der Aufnahme nicht erfasst wurde.
Wenn
- die falsche Region aufgenommen wurde,
- der Sensor ungünstig lag,
- wichtige Strukturen abgeschnitten sind,
- starke Bewegungsartefakte bestehen
- oder die Aufnahme diagnostisch unbrauchbar ist,
kann Software das zugrunde liegende Problem nicht zuverlässig „wegfiltern“.
Kann digitales Röntgen Wiederholungsaufnahmen vermeiden?
Es kann bestimmte Fehlerquellen reduzieren.
Beispielsweise entfällt beim Direktsensor die chemische Filmentwicklung.
Damit können Fehler durch ungeeignete Entwicklungsbedingungen vermieden werden.
Digitale Technik beseitigt Wiederholungsaufnahmen aber nicht vollständig.
Sie können weiterhin notwendig werden durch:
- falsche Positionierung,
- Bewegung,
- abgeschnittene Anatomie,
- ungeeignete Projektion,
- technische Fehler
- oder eine Aufnahme, die die diagnostische Frage nicht beantwortet.
Internationale Strahlenschutzempfehlungen weisen sogar darauf hin, dass beim Wechsel auf digitale intraorale Systeme Wiederholungsraten zunächst steigen können, wenn die Positionierung nicht sicher beherrscht wird oder Wiederholungen technisch zu leicht durchgeführt werden.
Digitales Röntgen ist deshalb besonders dann sinnvoll, wenn Technik und Qualitätskontrolle zusammenpassen.
Wie unterscheiden sich Speicherung und Archivierung?
Beim analogen Röntgen ist der entwickelte Film selbst der physische Bildträger.
Er muss entsprechend aufbewahrt und bei Bedarf wieder hervorgeholt werden.
Beim digitalen Röntgen liegen dagegen digitale Bilddaten vor.
Das erleichtert beispielsweise:
- die Zuordnung zur elektronischen Patientenakte,
- den Vergleich mit früheren Aufnahmen,
- die Erstellung identischer digitaler Kopien
- und die elektronische Übermittlung an weiterbehandelnde Zahnärzte oder Ärzte.
Digital bedeutet jedoch nicht:
- dass Daten automatisch unbegrenzt sicher sind,
- dass Datenschutz keine Rolle mehr spielt,
- oder dass Bilder beliebig gelöscht beziehungsweise verändert werden dürfen.
Das deutsche Strahlenschutzrecht stellt ausdrücklich Anforderungen an Aufzeichnung, Aufbewahrung und Schutz von Röntgenbildern und digitalen Bilddaten.
Muss bei jedem Zahnarztbesuch geröntgt werden?
Nein.
Röntgenaufnahmen sind keine automatische Routine allein deshalb, weil ein Patient zur Kontrolle kommt.
In Deutschland muss vor einer medizinischen Anwendung von Röntgenstrahlung eine rechtfertigende Indikation gestellt werden.
Dabei wird geprüft, ob die erwartete diagnostische Information die Strahlenexposition rechtfertigt.
Relevant können unter anderem sein:
- Beschwerden,
- klinischer Befund,
- bisherige Röntgenbilder,
- Krankheitsrisiko,
- geplante Behandlung
- und die Frage, ob das Ergebnis die weitere Diagnostik oder Therapie tatsächlich beeinflussen kann.
Vorhandene verwertbare Bilder sollten in die Entscheidung einbezogen werden, damit unnötige Wiederholungen vermieden werden können.
Wer entscheidet, welche Röntgenaufnahme sinnvoll ist?
Die Auswahl richtet sich nach der klinischen Fragestellung .
Beispielsweise kann eine kleine intraorale 2D-Aufnahme sinnvoll sein, wenn ein begrenzter Zahn- oder Wurzelbereich detailliert beurteilt werden soll.
Eine Panoramaaufnahme kann dagegen einen größeren Bereich von Zähnen und Kiefer zweidimensional darstellen.
Entscheidend ist nicht, welche Technik neuer oder technisch beeindruckender ist.
Die Methode sollte die benötigte Information mit einer für die Fragestellung angemessenen Exposition liefern.
Das Strahlenschutzgesetz verlangt dabei ausdrücklich, dass Nutzen und Strahlenrisiko für die einzelne Anwendung gegeneinander abgewogen werden.
Was ist der Unterschied zwischen digitalem 2D-Röntgen und DVT?
Das ist eine wichtige Abgrenzung.
Ein digitales zweidimensionales Röntgenbild ist nicht dasselbe wie eine DVT-Aufnahme.
Digitales 2D-Röntgen
Dabei entsteht eine Projektionsaufnahme.
Typische Beispiele sind:
- intraorale Zahnaufnahmen,
- bestimmte Bissflügelaufnahmen,
- Panoramaaufnahmen.
Anatomische Strukturen werden dabei auf einer zweidimensionalen Bildebene dargestellt.
DVT
Die dentale digitale Volumentomographie erzeugt dagegen aus zahlreichen Projektionsaufnahmen einen dreidimensionalen Datensatz.
Dadurch können knöcherne Strukturen räumlich dargestellt werden.
Das kann bei bestimmten diagnostischen Fragen zusätzliche Informationen liefern.
DVT ist jedoch nicht einfach
„digitales Röntgen in besser“.
Es handelt sich um ein anderes bildgebendes Verfahren mit eigener rechtfertigender Indikation, anderer Informationsmenge und anderer Strahlenexposition.
Wenn eine klinische Frage bereits mit Untersuchung und geeigneter 2D-Aufnahme ausreichend beantwortet werden kann, folgt daraus nicht automatisch ein zusätzlicher Nutzen einer DVT.
Mehr dazu:
Ist DVT immer genauer als ein normales digitales Röntgenbild?
Auch das lässt sich nicht pauschal sagen.
DVT liefert räumliche Informationen, die eine zweidimensionale Aufnahme nicht darstellen kann.
Das ist bei bestimmten Fragestellungen ein klarer Vorteil.
Bei anderen Fragen ist eine gezielte 2D-Aufnahme jedoch vollkommen ausreichend oder sogar die passendere Untersuchung.
Die aktuelle deutsche DVT-Leitlinie beschreibt deshalb mehrere Situationen, in denen DVT insbesondere dann erwogen wird, wenn klinische Untersuchung und zweidimensionale Röntgendiagnostik die relevante Frage nicht ausreichend klären .
Die Auswahl der Bildgebung folgt also der Diagnosefrage – nicht einer allgemeinen Rangliste von „alt“ nach „modern“.
Welche Rolle spielt die Röntgentechnik bei Cosmetic Dental?
Für Cosmetic Dental ist ein Dentsply Sirona Orthophos 2D/3D-System als vorhandene Praxistechnologie bestätigt.
Die technische Möglichkeit zu 2D- und 3D-Aufnahmen bedeutet jedoch nicht, dass bei jedem Patienten automatisch die umfangreichere Bildgebung eingesetzt wird.
Auch hier gilt:
Die diagnostische Fragestellung bestimmt, welche Bildgebung medizinisch sinnvoll ist.
Einen Überblick über die bestätigte technische Ausstattung der Praxis finden Sie unter Technologie .
Häufige Fragen zu analogem und digitalem Röntgen
Ist digitales Röntgen ohne Strahlung?
Nein. Digitales Röntgen verwendet ionisierende Röntgenstrahlung. „Digital“ beschreibt den Bildempfänger und die Verarbeitung, nicht eine strahlungsfreie Aufnahme.
Ist eine Speicherfolie digitales Röntgen?
Ja. Eine Speicherfolie ist ein digitaler Bildempfänger. Anders als beim Direktsensor muss die belichtete Folie anschließend in einem Lesegerät ausgelesen werden.
Was ist besser: Sensor oder Speicherfolie?
Es gibt keine allgemeine Antwort für jede Situation. Direktsensoren bieten eine sehr schnelle Bildanzeige; Speicherfolien sind flexibler in der Handhabung. Diagnostische Eignung, Patientenkomfort und das verwendete System spielen gemeinsam eine Rolle.
Ist digitales Röntgen immer strahlungsärmer?
Nein. Digitale Detektoren bieten Potenzial zur Dosisreduktion, aber die tatsächliche Exposition hängt von Gerät, Untersuchung, Bildempfänger, Belichtung, Feldgröße, Positionierung und Wiederholungsaufnahmen ab.
Kann man ein digitales Röntgenbild nachträglich verbessern?
Darstellung, Helligkeit und Kontrast können angepasst werden. Fehlende Anatomie, falsche Positionierung oder eine diagnostisch unbrauchbare Projektion lassen sich dadurch jedoch nicht zuverlässig ersetzen.
Muss ein digitales Bild nie wiederholt werden?
Doch. Auch digitale Aufnahmen können aufgrund von Positionierungsfehlern, Bewegung oder unvollständiger Darstellung wiederholt werden müssen. Gute Aufnahmetechnik bleibt ein Teil des Strahlenschutzes.
Ist analoges Röntgen gefährlicher?
Diese Aussage ist zu pauschal. Die Dosis hängt nicht allein vom Etikett „analog“ oder „digital“ ab. Moderne digitale Systeme können deutliche Dosisvorteile ermöglichen, aber das konkrete Gerät und Protokoll sind entscheidend.
Was ist der Unterschied zwischen digitalem Röntgen und DVT?
Normales digitales dentales Röntgen kann eine zweidimensionale Projektionsaufnahme sein. Eine DVT erzeugt aus vielen Projektionen einen dreidimensionalen Volumendatensatz und benötigt eine eigene medizinische Indikation.
Muss bei jedem Kontrolltermin geröntgt werden?
Nein. Röntgenaufnahmen benötigen eine rechtfertigende Indikation. Die Entscheidung richtet sich nach Befund, Beschwerden, vorhandenen Bildern und der diagnostischen Frage.
Können digitale Röntgenbilder an einen anderen Zahnarzt weitergegeben werden?
Grundsätzlich ja. Digitale Bilddaten können elektronisch übermittelt beziehungsweise einem weiterbehandelnden Arzt oder Zahnarzt zur Verfügung gestellt werden. Dabei gelten Datenschutz-, Dokumentations- und Aufbewahrungsanforderungen.
Kurz zusammengefasst
Der zentrale Unterschied zwischen analogem und digitalem Röntgen liegt im Bildempfänger und im weiteren Arbeitsablauf – nicht darin, ob Röntgenstrahlung verwendet wird.
Wichtig ist:
- Analoges Röntgen verwendet Film, der nach der Aufnahme entwickelt werden muss.
- Digitales Röntgen verwendet digitale Bildempfänger.
- Direktsensoren übertragen Bilddaten unmittelbar elektronisch.
- Speicherfolien sind ebenfalls digital, müssen nach der Aufnahme aber ausgelesen werden.
- Digitales Röntgen ist nicht strahlungsfrei .
- Digitale Systeme können eine geringere Exposition ermöglichen, aber nicht bei jeder Aufnahme automatisch.
- Die tatsächliche Dosis hängt von Untersuchung, Gerät, Detektor, Einstellungen, Bildfeld, Positionierung und Wiederholungsaufnahmen ab.
- Bildschirmbearbeitung kann die Darstellung verbessern, aber keine fehlende Anatomie erzeugen.
- Digital gespeicherte Bilder lassen sich leichter vergleichen und elektronisch weitergeben; rechtliche Dokumentations- und Datenschutzpflichten bleiben bestehen.
- Eine Röntgenaufnahme darf nur bei medizinisch gerechtfertigter Fragestellung erfolgen.
- Das Ziel des Strahlenschutzes ist die niedrigste Exposition, die noch ein diagnostisch ausreichendes Bild ermöglicht.
- Digitales 2D-Röntgen und DVT sind nicht dasselbe.
- DVT erzeugt 3D-Daten und wird nur bei entsprechender Fragestellung eingesetzt.
Weitere Informationen:
Fachliche Grundlage
Die strahlenschutzrechtliche Einordnung stützt sich auf das aktuell geltende deutsche Strahlenschutzgesetz , insbesondere auf § 83 zur rechtfertigenden Indikation und Optimierung medizinischer Expositionen sowie § 85 zu Aufzeichnung und Aufbewahrung von Röntgenbildern und digitalen Bilddaten.
Die technischen Unterschiede zwischen Film, direkten digitalen Sensoren und Speicherfolien sowie die differenzierte Bewertung der möglichen Dosisreduktion wurden mit den aktuellen Fachinformationen der International Atomic Energy Agency (IAEA) zur Optimierung in der dentalen Radiologie abgeglichen.
Für die Abgrenzung zwischen zweidimensionaler digitaler Radiographie und dreidimensionaler DVT wurde die deutsche S2k-Leitlinie „Dentale digitale Volumentomographie“ (AWMF 083-005, Version 3.0) berücksichtigt.
Zusätzlich wurde die aktuelle deutsche Leitlinienlandschaft geprüft: Die geplante S2k-Leitlinie „Rechtfertigende Indikationen zur zahnärztlichen Röntgendiagnostik im Kindes- und Jugendalter“ (083-006) wurde im März 2026 als Leitlinienprojekt angemeldet, ist am 18. August 2026 jedoch noch keine publizierte finale Leitlinie. Sie wurde daher nicht als abgeschlossene Empfehlung verwendet.
Stand der redaktionellen Prüfung: 18. August 2026 .
Quellen
- S2k-Leitlinie Dentale digitale Volumentomographie · AWMF
- German Strahlenschutzgesetz · German Strahlenschutzgesetz
- URL: · gesetze-im-internet.de
- URL: · bfs.de
- URL: · iaea.org
- URL: · iaea.org
- Register: · AWMF
- URL: · AWMF